Im Inneren jedes Zahns liegt ein Nerv mit feinen Blutgefäßen. Dringen Bakterien durch tiefe Karies, einen Riss oder eine undichte Krone dorthin vor, entzündet er sich. Typisch sind pochende Schmerzen, Empfindlichkeit auf Wärme oder ein Druckgefühl beim Kauen. Manchmal stirbt der Nerv unbemerkt ab, und die Entzündung wandert zur Wurzelspitze.
Wir entfernen das entzündete Gewebe, reinigen und desinfizieren die Wurzelkanäle und verschließen sie anschließend bakteriendicht. Unter dem Mikroskop finden wir auch besonders feine Kanäle. Ein Gummituch, der sogenannte Kofferdam, hält den Zahn während der Behandlung trocken und schützt ihn vor Keimen. Für die Füllung verwenden wir eine warme Fülltechnik und Biokeramik. Auch alte, undichte Wurzelfüllungen können wir auf diese Weise erneuern.
Ohne Behandlung kann sich die Entzündung auf den Kieferknochen ausbreiten und die Aussicht auf Zahnerhalt verschlechtern. Deshalb sollte ein auffälliger Zahn möglichst früh untersucht werden.
Eine Wurzelbehandlung braucht bei uns in der Regel ein bis zwei Sitzungen von je 60 bis 90 Minuten.
Mit Kälte- und Klopftest sowie einem Röntgenbild prüfen wir, ob der Nerv noch reagiert und wie die Wurzeln verlaufen. Nach etwa 20 Minuten können wir Ihnen sagen, ob der Zahn voraussichtlich erhalten werden kann und was die Behandlung umfasst.
Unter örtlicher Betäubung und geschützt durch einen Kofferdam öffnen wir den Zahn. Wir entfernen entzündetes Gewebe und reinigen die Wurzelkanäle unter dem Mikroskop mit feinen Instrumenten und Spüllösungen. Anschließend füllen wir die Kanäle warm und verschließen den Zahn dicht.
Leichter Druckschmerz für einige Tage ist normal. Nach dem Abklingen stabilisieren wir den Zahn meist mit einer Teilkrone oder Krone; ein Kontrollröntgen nach sechs bis zwölf Monaten zeigt die Ausheilung.
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Wurzelbehandlung, wenn der Zahn erhaltungswürdig ist und die Kanäle bis zur Spitze behandelbar sind. Mikroskop, maschinelle Aufbereitung, warme Fülltechnik und Biokeramik gehen über diese Regelversorgung hinaus und werden nach GOZ privat berechnet. Sie erhalten vorher einen schriftlichen Kostenplan.
Dank der Betäubung ist die Behandlung selbst in der Regel gut auszuhalten. Bei einem stark entzündeten Nerv kann die Wirkung etwas länger brauchen. Dann geben wir der Betäubung mehr Zeit oder betäuben nach. In den Tagen danach kann der Zahn noch druckempfindlich sein.
Meist eine bis zwei. Bei stark entzündeten Zähnen legen wir zwischen den Terminen eine medikamentöse Einlage ein, damit die Entzündung abklingt. Die anschließende Krone braucht einen weiteren Termin.
Mit einem dichten Verschluss und einer stabilen Krone kann ein wurzelbehandelter Zahn viele Jahre, manchmal dauerhaft, erhalten bleiben. Wichtig sind eine zeitnahe Versorgung und regelmäßige Kontrollen, bei denen wir die Heilung auch im Röntgenbild prüfen.